Was bedeutet inklusive Bildung im Kontext unterschiedlicher kultureller, gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen? Mit dieser Frage kam am 25. Juni 2026 eine Delegation der Cáritas del Perú, aus den fünf Diözesen Arequipa, Cusco, Tacna, Moquegua und Puno sowie von Caritas international des Deutschen Caritasverbandes zu uns zu Besuch.

Der Besuch fand im Rahmen des Projekts „Aufbau von Bildungsgemeinschaften, Unternehmen und inklusiven Gemeinschaften durch die Stärkung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderung in Peru“ statt. Die Vertreter:innen engagieren sich in Peru für Inklusion insbesondere in den Bereichen Frühförderung, inklusive Schulgemeinschaften sowie beim Abbau von Barrieren im Zugang zum Arbeitsmarkt. Gemeinsames Ziel ist es, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu stärken und inklusive Strukturen in Peru weiterzuentwickeln.

Gemeinsam voneinander lernen

Im Mittelpunkt des Treffens stand der fachliche Austausch über die inklusive Kita-Pädagogik bei oXxymoron sowie die Rahmenbedingungen frühkindlicher Bildung in Berlin. Gemeinsam mit unserer Gründerin und Geschäftsführerin Bianka Storm sowie Katja Lorenz, Referentin für Bildung und Inklusion und Prokuristin bei oXxymoron, fand ein intensiver Austausch mit der peruanischen Delegation statt. Dabei zeigten sich vor allem viele Unterschiede in der Ausgestaltung inklusiver Bildung.

Einblicke in die Berliner Kitapraxis

Der größte Unterschied war der Betreuungsschlüssel. Während Kinder unter drei Jahren in Peru häufig in einer individuellen 1:1-Betreuung in familiennahen Settings begleitet werden, ist im Elementarbereich eine pädagogische Fachkraft oftmals für bis zu 30 Kinder verantwortlich – darunter auch Kinder mit Behinderung. Diese Situation ist in Berlin undenkbar, hier stellt sich die Betreuungssituation dank einem höheren Fachkraft-Kind-Schlüssel gänzlich anders dar. Gleichzeitig werden Plätze für Kinder mit Behinderung in Peru von öffentlicher Seite zugeteilt, während Familien in Berlin die Einrichtung selbst auswählen.

Inklusion als gelebter Alltag

Neben den strukturellen Rahmenbedingungen interessierte sich die Delegation insbesondere für unsere pädagogische Arbeit im Alltag sowie die konzeptionellen Grundlagen. Am Beispiel unserer Kitas konnten wir zeigen, wie wichtig Teamwork in multiprofessionellen Teams ist für die Verfügbarkeit von inklusiven Bildungsangeboten und wie unsere Fachkräfte gemeinsam daran arbeiten, jedes Kind individuell und stärkenorientiert zu fördern. Alle Kitas von oXxymoron entwickeln ihre Konzeptionen auf Grundlage des Berliner Bildungsprogramms kontinuierlich weiter und verbinden unterschiedliche pädagogische Ansätze miteinander. Zentral ist der ressourcenorientierte Ansatz, der die Stärken und Potentiale der Kinder in den Blick nimmt anstatt Defizite auszugleichen.

Internationale Zusammenarbeit schafft neue Perspektiven

Für uns war der Besuch ein willkommener Blick über den eigenen Tellerrand und ein inspirierender Austausch mit Menschen, die sich für Inklusion engagieren. Er hat gezeigt, dass inklusive Bildung in verschiedenen Bildungssystemen der Welt und unter verschiedenen Rahmenbedingungen von engagierten Menschen gelebt und weiterentwickelt wird.
Wir bedanken uns herzlich bei der Delegation der Cáritas del Perú und bei Caritas international für den offenen, inspirierenden Austausch und freuen uns darauf, auch zukünftig internationalen Gästen einen Einblick in unsere Arbeit zu geben.

Bianka Storm und Katja Lorenz (Mitte) zusammen mit Delegierten der Caritas Peru sowie der Caritas International